Reflektieren und Aphantasie
Habt ihr Hobbies? Ich habe mir immer schwer getan das zu beantworten bzw. habe ich mich geschämt, da ich keine nennen konnte. Als Kind habe ich relativ abgeschirmt gelebt und die religiöse Gemeinschaft und das Ausleben des Glaubens haben den Alltag bestimmt. Als junge Erwachsene habe ich erstmal die freie Welt erforscht und versucht Fuss zu fassen. An den Wochenenden habe ich viel gefeiert, unter der Woche bin ich zur Schule gegangen. Freunde hatte ich nicht viele, aber sehr viele Bekannte.
Von je her habe ich viel Zeit für mich gebraucht. Ich habe einfach nach gedacht über die für mich relevanten Fragen. Heute würde ich sagen, Reflektieren ist mein Hobby, es macht mir Spaß mich zu verstehen und weiterzuentwickeln.
Seitdem ich von meiner Aphantasie weiß, stelle ich mir so einige Fragen, z. B. seit wann habe ich Sie? Ich kann diese Frage nicht beantworten. An meine Kindheit habe ich keine bildliche Erinnerung, ich weiß nicht wie mein Zimmer aussah oder was mein Lieblingsspielzeug war.
In den letzten Monaten habe ich angefangen in Gedanken zurückzureisen und es kommen vereinzelt Erinnerungen in Form von Situationen, Wörtern manchmal auch Gefühlen, aber nicht in Bildern auf. Es ist wie ein tiefes Wissen, dass etwas so war. Manchmal ist das Beschäftigen mit lange vergessenen anstrengend, da ich mich natürlich auch mit schmerzhaften Erfahrungen auseinandersetzte.
Die Aufarbeitung verbunden mit meinem Alltag ist nicht immer einfach. Es ist komisch immer wieder mit der Vergangenheit konfrontiert zu sein, die gefühlt oft nicht meine ist. Damit meine ich, dass die Erinnerungen wie aus dem nichts kommen. Ich vermute, dass das mit dem schlechteren autobiographischen Gedächtnis bei Aphantasie zu tun hat.
Mir hilft mein Mann und meine Meditiationspraxis um hier den Ausgleich zu finden. In einigen Büchereien habe ich Schattenarbeit-Bücher gesehen. Letzte Woche habe ich mir eins gekauft. Schauen wir mal, wie das wird.
Allerdings sehe meine Aphantasie als etwas positives, wie ein Schutzmantel um negatives nicht lange im Gedächtnis zu haben. Oder eine Superkraft mit Hindernissen.
Für all meine schönen Erfahrungen bin ich dabei Strategien zu finden, um diese länger in Erinnerung zu haben bzw. wieder aufrufen zu können. Ich habe mir zum Beispiel die App Journey geholt und halte da einiges fest. Schon vor Jahren hat mir mein Mann einen kleinen Drucker für Handybilder geschenkt und ich nutze den Jahreskalender von Paulo Coelho um die Bilder dort einzukleben. Während der Adventszeit lasse ich dann mein Jahr Revue passieren. Ab jetzt noch mal mit ganz “anderen Augen”.





Fascinating exploration of aphantasia and reflection! I particularly resonated with your point about how the absence of a vivid visual mind’s eye doesn't necessarily hinder introspection or the ability to process experiences. For me, as someone who *can* visualize, I sometimes find my mental imagery can actually be a distraction, pulling me into hypothetical scenarios rather than allowing me to sit with the core emotion or memory. It’s like my brain gets caught up in painting the scene instead of understanding the substance of it https://www.accc.gov.au/system/files/social-media-influencer-testimonials.pdf To combat this, I've developed a habit of using a "feeling journal." Instead of trying to recall specific images or dialogues, I focus purely on naming the physical sensations associated with an emotion or…
Absolutely, this post hits on a really interesting intersection of thought processes. I particularly resonated with the idea that aphantasia might impact how one reflects on past experiences. For those of us without a vivid mental visual recall, it means our reflections are much more rooted in the factual sequence of events, the emotions felt at the time, and perhaps the sensory input that wasn't visual – like sounds or smells. It's less about replaying a scene and more about reconstructing a narrative from abstract pieces https://www.ausbanking.org.au/ This is something I've noticed in my own journaling practice. Instead of trying to describe what something *looked* like, I focus on the *feeling* it evoked, the conversations that happened, or the overall…